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Zum ersten Male in der Vereinsgeschichte stimmen die Mitglieder in der Monatsversammlung am 13. April 1901 dafür, von einem Kassenüberschuss 50 Mark bei der Sparkasse des Landkreises Hannover anzulegen.

Die Juni-Versammlung muss wieder "wegen zu vieler Arbeit" ausfallen. Die September-Versammlung wird wegen zu geringer Teilnahme abgesagt. Das wird in späteren Jahren noch wiederholt der Fall sein. Drei Einladungen von anderen Vereinen wird im September 1901 "wegen Überhäufung der Festlichkeiten" eine Absage erteilt.

Einen Monat später ist sich die Generalversammlung am 26. Oktober 1901 einig, eine Vereinstafel anzuschaffen.

Ganze 20 Minuten dauert die Monatsversammlung im November, da sich die Mitglieder schnell darauf verständigt haben, beim Weihnachtsvergnügen mit Turnvorführungen und anschließendem Ball die Gille' sehe Kapelle aus Springe mit Klavier, Geige, Trompete und Klarinette musizieren zu lassen. Der entsprechende Beschluss wird jedoch auf einer statutengerecht einberufenen außerordentlichen Versammlung noch im gleichen Monat wieder gekippt, da Gille zu Weihnachten bereits ausgebucht ist. Dem Vorstand wird "anheimgegeben", sich schleunigst anderweitig nach Musik und zwar 5 Mann Hornmusik umzusehen". Als die Versammlung zum gemütlichen Teil übergeht, werden 3,80 Mark für Bier aus der Vereinskasse bewilligt. Zur Versammlung sind 20 Mitglieder gekommen.

Nach routinemäßig abgewickelten Monatsversammlungen kommen Ende des Jahres 1901 und zu Anfang 1902 sowie nach wegen schlechter Beteiligung ausgefallenen oder aufgeschobenen Versammlungen die Turner erst wieder im Mai zusammen, zu einer außerordentlichen Monatsversammlung, auf der durch Beschluss nun mit der Anschaffung einer Vereinsfahne ernst gemacht werden soll. Nachdem die Fragen der Auftragsvergabe geklärt sind, wird der Fahnenspruch gewählt:"Der alten Deutschen Mut und Kraft lebt fort in unserer Turnerschaft".

Bereits in der Monatsversammlung am 12. Juni 1902 überbringt ein Bote der Firma Franz Reineke aus Hannover unter dem Beifall der Mitglieder die Fahne - und bekommt dafür 3 Mark Trinkgeld.





Einstimmig wird im August "Herr Gemeindevorsteher Meyer" von den sieben anwesenden Vereinsmitgliedern "zum Ehrenmitglied ernannt".

Zur Fahnenweihe am 7. September sind 12 Vereine als Gäste aufmarschiert: Der Kriegerverein, der Gesangverein und die Feuerwehr aus Bemerode, die Turner aus Döhren, Wülfel, Laatzen, Rethen, Buchholz, Uten, Änderten und Kleefeld. Nach dem Festumzug gibt es ein Schauturnen und abends wird getanzt.

Die Monate gehen ins Land, und auf den Monatsversammlungen werden -wie immer- neue Mitglieder aufgenommen und Beiträge kassiert. Erst die Hauptversammlung im Oktober 1903 lässt -aus heutiger Sicht versteht sich- aufmerken. Die Mitgliederbeschließen: "...dass die Zöglinge nur aufgenommen werden können, wenn deren Vater oder ein älterer Bruder Mitglied des Vereins ist oder aber sich gleichzeitig zur Aufnahme anmeldet". Bei der Rekruten-Abschiedsfeier dieser Versammlung erhalten die zum Militär eingezogenen jungen Männer jeder eine kleine Tabakpfeife und Tabak geschenkt.

Wenn die Versammlungen Monat für Monat auch durch die gleichen Exerzitien gekennzeichnet sind, so muss die Erhebung der Vereinsbeiträge doch etwas Besonderes sein. Wie kommt der Protokollant sonst zu der Eintragung im Juni 1904: "Einkassierung ging prompt und schneidig vonstatten".

Im gleichen Jahr beteiligt sich der Verein am Bezirksturnfest in Döhren. "Für die Mitturner und den Kampfrichter werden aus der Kasse pro Kopf 1,50 Mark Zehrungsunkosten bewilligt". Schließlich wird noch eine Lotteriekasse gegründet, heißt es im Protokoll, das dann vermerkt: "Alles andere geht aus den Satzungen der Kasse hervor". Da die Statuten nicht erhalten geblieben sind (oder doch?), lässt sich nicht Näheres über Sinn und Zweck einer solchen Kasse erläutern.

"Demnächst" soll das Stiftungsfest gefeiert werden, regen die Mitglieder im August 1904 an. Ob das, wie vorgesehen, auf der Weihnachtsfeier geschehen ist, wird aus den etwas dürren Aufzeichnungen über die Versammlungen der kommenden Monate nicht ersichtlich. Doch Beiträge, so ist immer wieder zu lesen, werden ständig kassiert, und außerdem sind die Turner fleißig Gäste auf den Festen der umliegenden Vereine wie bei den eigenen Vergnügen.

So kommt der August 1906 ins Land, und die Turner erinnern sich rechtzeitig an die 10. Wiederkehr ihres Gründungstages im November. Sie beschließen, ein Stiftungsfest intern zu veranstalten und zwar bereits am 7. Oktober. Mit Musik und Vergnügen natürlich. Ferner stimmt die Versammlung für die Anschaffung eines neuen feststehenden Barrens.
Im Februar 1907 wird in einem Bericht über den Bezirksturntag in Döhren gefordert, dass die jeweils letzten Preisträger eines Bezirksturnfestes auf einen Eichenkranz verzichten sollen, wenn nicht genügend davon vorhanden sind. Ein Mitglied gestattet dem Verein, sein in Änderten errungenes Diplom einzurahmen und bis auf weiteres im Vereinszimmer auszuhängen. Die Kosten für den Rahmen werden bewilligt. Auf eine Maskerade im März wird verzichtet, doch einem Ostervergnügen zugestimmt. Für die Kapelle sollen jedoch nicht mehr als 13 Mark netto bezahlt werden.

Nach dem Fest werden dem Turnlehrer für das Einüben der beim Schauturnen gezeigten Pyramiden 8,00 Mark zugestanden. Derselbe Turnlehrer soll wöchentlich einmal vorturnen, wenn er mit 2,00 Mark pro Abend zufrieden ist.

In einem Nachtrag zum Protokoll der Versammlung am 4. Mai 1907 heißt es: "Vom Königlichen Landrathsamt wurde mit Schreiben vom 15. März 07-JN: 29 G-darauf aufmerksam gemacht, dass gemäß der A.K.O. vom 10.Juni 1834 und der Paragraph 14 und 15 der Ministerial-Instruktion vom 31. Dezember 1839 für die Erteilung von Turnunterricht an jugendliche Personen unter 18 Jahren die Genehmigung der Ortsschulbehörde erforderlich sei".





Die Aufzeichnungen von der Monatsversammlung am 3. August 1907 sind aus der Sicht des Chronisten von besonderem Interesse. Nicht, weil den Trommlern und Pfeifern zum Bezirksturnfest in Grasdorf die Kosten für "ein zu verzehrendes Vesper" bewilligt wird, sondern weil "vom hiesigen Fußballclub ein Antrag gestellt wurde, ihn mit dem Turn-Verein zu verschmelzen". Die Behandlung dieses Antrages wird auf die nächste Sitzung vertagt.

Am 7. September 1907 löst bei der Neuwahl des Vorstandes Heinrich Hülsing den nach Berlin versetzten Schriftwart Hapke ab, der einige Jahre -mit Unterbrechung- durch den Militärdienst- dieses Amt versehen hat, Sehr akkurat, wie hier einmal festgestellt werden muss, Hapke verewigt sich in einem persönlichen Nachtrag zum Protokoll der September-Sitzung mit den Worten: "Indem ich hoffe und wünsche, dass der Verein sich im deutschpatriotischen Rahmen immer mehr und mehr entwickeln möge, rufe ich: Gut Heil, Gut Heil, Gut Heil".

Etwa ein Jahr später schließt Schriftwardt Heinrich Hülsing am 6, Juni 1908 auf Seite 192 das Journal mit den Vereinsprotokollen des Turnerbundes Bemerode, die am 6. März 1897 auf Seite 7 ihren Anfang genommen haben. Und, wie könnte es anders sein, fehlt es am Schluss dieses Journals nicht an einer Einladung. Diesmal soll es zur Fahnenweihe des MTV Bothfeld gehen.

Von einer Behandlung des vor einem Jahr gestellten Antrags der Fußballer auf "Verschmelzung" mit den Turnern ist bis zur letzten Seite keine Rede mehr.

Das Vereinsleben der kommenden Jahre bis zum ersten Weltkrieg liegt im Dunkeln. Auch die Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Turnerbundes weiß lediglich zu berichten, dass sich die Jungens aus dem Dorf dem Fußballspiel hingegeben haben, um dann lakonisch festzustellen: "Ab 1920 traten unsere Fußballer auf den Plan". Im Archiv der Gemeinde sei ein Antrag vom 13. Januar 1920 auf Errichtung eines Turn -und Spielplatzes auf dem so genannten Hecht' sehen Grundstück aufgefunden worden. Es hätten sich, so schreibt der Chronist, drei Mannschaften gebildet.

Ein Jahr später bereits erweist sich der Platz als zu klein, und so wird im Oktober 1922 zwischen Gemeinde und Herrn Lampe "um die Zurverfügungstellung eines Teiles seines Grundstückes nördlich des Friedhofes" verhandelt! Lampe wird zugesagt, dass er pro Rute Land und Jahr ein Pfund Roggen oder den jeweiligen Börsenpreis als Pacht erhält. Offenbar ging es um eine Anlage der "Freien Turnerschaft". Denn: Am 5. September 1925 hat der Gastwirt Hermann Gerhardt 42 Bemeroder zu einer "Versammlung zwecks Gründung beziehungsweise Wiedergründung eines Turnvereins im Rahmen der Deutschen Turnerschaft" eingeladen, "Gerhardt legt", so heißt es in einem neu eröffneten Protokollbuch, "in kurzen, treffenden Worten noch einmal klar, dass es infolge des Übertritts des früheren Turnerbundes in die einseitig politische Freie Turnerschaft Pflicht eines jeden alten Turngenossen sein müsse, der heranwachsenden Jugend wieder eine politisch freie und reine Sportvereinigung zu schaffen und dieses sei am besten durch die Wiedererstehung des alten Turnerbundes im Rahmen der Deutschen Turnerschaft zu machen".

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 (1) Für eine Mark Schreibpapier
 (2) Vorstand ohne Interesse
 (3) Vereinsgeld auf der Sparkasse
 (4) Aufmarsch zur "Fahnenweihe"
 (5) Fußballer wollten in den "Turn-Verein"
 (6)Turnerbund statt "Freie Turnerschaft"
 (7) Nun auch Damen bei den Versammlungen
 (8) Großer Fackelzug für den Pastor
 (9) Aus dem Vorsitzenden wurde der "Führer"
 (10) Fußballer wagen nach dem Kriege den Neuanfang
 (11) Zum Umziehen in die Nissenhütte
 (12) Totomittel für den Sportplatzzaun

 (13) Hoffnung auf einen neuen Platz
 (14) Neuer Anfang bei den Turnern
 (15) Ohne Autofahrer geht es nicht
 (16) Das Sportheim wird eingeweiht
 (17) Kein Vereinsleben ohne Geselligkeit
 (18) Die Handballer kommen dazu
 (19) Es fehlt an Ehrenamtlichen
 (20) Ein finanziell gesunder TSV
 (21) In den Büchern über eine Million Mark
 (22) Sportplatz-Vertrag mit Hannover
 (23) Wettkampfsport und Breitensport
 (24) Hinter der Organisation stehen Menschen
 Das Schild